Blähungen – unangenehme Begleiter

Wer kennt das nicht? Es rumort im Bauch und im unangenehmsten Fall gibt es ein lautes Geräusch, gefolgt von einem üblen Geruch. Die Rede ist von Blähungen – auch Flatulenzen genannt. Doch was genau sind Flatulenzen und wie kann man sie behandeln? Nützliche Tipps zur Vorbeugung und Linderung lesen Sie hier.

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Blähungen: Symptome und Ursachen

Der Begriff Flatulenz leitet sich vom lateinischen Wort „flatus“ ab und bedeutet übersetzt „Wind“ und „Blähung“. Diese Flatulenzen sind meist harmlose Symptome und stellen kein eigenständiges Krankheitsbild dar. Sie gelten als ein weitverbreitetes Problem, dessen Ursache Gasansammlungen im Darm sind.

Die Gase heißen Kohlenstoffdioxid, Methan, Schwefelwasserstoff und andere Gär- beziehungsweise Faulgase. Sie führen zu einem Völlegefühl und Magendrücken, mitunter sogar zu krampfartigen Bauchschmerzen, wenn die Darmgase festsitzen (Flatus incarceratus). Meistens geht damit aber der kaum steuerbare Abgang von Winden einher.

Wenn die Beschwerden – trotz natürlicher Behandlung – länger als zwei bis drei Wochen anhalten, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.1 Windabgänge, die häufiger als 20 bis 30 Mal pro Tag auftreten, gelten zudem auch nicht mehr als normal.1

Arztbesuch Sobald die Gasansammlung über das übliche Maß hinausgeht und sich in den Darmschlingen sammelt, ist auf einem Röntgenbild sogar der aufgetriebene Bauch durch die im Darm ansässigen Gase sichtbar. Wenn dies der Fall ist, dann handelt es sich wahrscheinlich um die sogenannte Blähsucht (Meteorismus), einen Reizdarm, Morbus Crohn oder eine Leberzirrhose. Bitte suchen Sie bei übermäßig aufgeblähtem Bauch bei Bedarf einen Arzt auf.

Neben einer falschen Ernährung oder Erkrankungen spielen auch psychische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Blähungen. Außerdem kann ein veränderter Hormonhaushalt, zum Beispiel bei der Menstruation oder Schwangerschaft, die Flatulenzen verursachen.

Ursache: Verschlucken von Luft

Größtenteils entstehen Blähungen durch gasbildende Darmbakterien. Doch auch Luft, die man beim schnellen Essen, Trinken und Atmen verschluckt, kann zu Blähungen führen. Besonders bei Stress entwickelt sich Luftschlucken (Aerophagie) als eine Art Übersprunghandlung zu einer unbewussten Angewohnheit. Zusätzlich fördert der übermäßige Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken (Sprudelwasser, Limonaden, Sekt), sowie Kaugummikauen das vermehrte Verschlucken von Luft.

Zuerst versucht der Körper, die zu großen Mengen Luft im Magen durch Aufstoßen wieder zu verringern. Sobald die Luft aber weiter in den Dünndarm wandert, entwickelt sich im Unterleib ein Druck, wobei unter Umständen Blähungen und Krämpfe entstehen. Von dort gelangt die Luft entweder weiter in den Dickdarm und Mastdarm oder sie wird ans Blut abgegeben und über die Lunge ausgeatmet.

Einfluss von Nahrungsmitteln auf Flatulenzen

Durch unzureichendes Kauen gelangen Bestandteile der Nahrung unverdaut in die tieferen Darmabschnitte, wo sich Gärgase bilden. Die Darmgase entstehen durch die Gärung der Nahrungsmittel mit Bakterien im Dickdarm. Zudem gibt es schwer verdauliche Kohlenhydrate, die Blähungen fördern. Dazu zählen beispielsweise Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Rohkost und Kohl, aber auch Fertiggerichte und fettiges Essen wie beispielsweise Fast-Food.

Unverträglichkeiten als Ursache

Des Weiteren sind oft Unverträglichkeiten schuld an Blähungen. So können beispielsweise folgende Unbekömmlichkeiten dazu führen:

  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)
  • Fruktoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit)

Betroffene, die vermuten, an einer Nahrungsunverträglichkeit zu leiden, sollten sich von einem Arzt untersuchen lassen.

In den meisten Fällen erledigen sich die Qualen aber von selbst wieder. Zudem gibt es Mittel und Tricks gegen Blähungen.

Das hilft bei Blähungen

Zur Linderung der Symptome gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn Hausmittel und Ernährungsempfehlungen nicht den erwünschten Erfolg bewirken, dann existieren auch Medikamente dafür. Wobei vor der Einnahme von Arzneimittel ein Arztbesuch ratsam ist. Sie möchten wissen, was Sie bei Blähungen am besten unternehmen sollen? Hier kommt eine Zusammenfassung mit wichtigen und hilfreichen Vorschlägen, um Blähungen vorzubeugen oder sie zu behandeln.

Vorbeugende Empfehlungen

Bei Berücksichtigung der nachfolgenden Punkte können Blähungen vermieden werden. Zeit ist ein wichtiger Punkt – wer beim Essen nicht hetzt und langsam kaut, hilft damit der Verdauung und es gelangt weniger Luft in den Organismus. Zudem sind mehrere kleine Mahlzeiten besser als eine große Portion. Eine Reduzierung von blähenden Lebensmitteln, wie Sauerkraut, Kohl und Hülsenfrüchten, schafft zusätzlich Erleichterung. Weniger Luft zu schlucken, ist ein guter Tipp; besonders das Weglassen von Kaugummis und Strohhalmen wirkt sich positiv aus.

Soforthilfe bei Blähungen

Wenn Blähungen dennoch vorkommen, dann ist Wärme hilfreich. Entweder in Form einer handelsüblichen Wärmflasche, eines gebrauchsfertigen Heublumensacks aus der Apotheke oder feuchtwarmer Bauchwickel. Treten die Flatulenzen unmittelbar nach dem Essen auf, empfiehlt sich ein Verdauungsspaziergang. Bewegung verbessert die Gesamtdurchblutung des Körpers und damit auch des Magen-Darm-Traktes – so arbeitet der Darm besser. Zudem wirkt oft eine Bauchmassage. Dazu massieren Sie mit einem ätherischen Anisöl und kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn. Anis löst Krämpfe und gilt deshalb traditionell als Heilmittel gegen Blähungen. Wichtig dabei ist: nicht in der Schwangerschaft verwenden, da Anis vorzeitig Wehen auslösen kann.

Kurze Zusammenfassung der wichtigen Punkte:

  • Verdauungsspaziergang
  • Wärmflasche
  • Heublumensack: getrocknete Blüten, Blätter und Samen im Wasserdampf erhitzen
  • Bauchwickel: in warmes Wasser getränkte Baumwolltücher auf den Bauch legen
  • Bauchmassage: mit Anis-Aromaöl (nicht bei Schwangerschaft)

Diese Anwendungen sind ein guter Anfang bei Blähbeschwerden und können eine Linderung bewirken.

Bewährte Hausmittel gegen Flatulenzen

Neben den gerade erwähnten Tipps gibt es zusätzlich eine Reihe an nützlichen Hausmitteln gegen Blähungen. Einmal jährlich eine Heilfastenkur bewirkt meistens eine nachhaltige Verbesserung der Beschwerden. Bei einer Heilfastenkur soll der vorübergehende Verzicht auf Essen, den Organismus entschlacken und entgiften. Es gibt verschiedene Ansätze – jeder muss für sich den richtigen finden. Man kann das Heilfesten entweder in Eigenregie zuhause durchführen oder auf eine spezielle Kur gehen.

Zudem können die Bitterkräuter Wermut, Engelwurz, Beifuß und Schafgabe eine entblähende und gärungsmildernde Wirkung haben. Eine Bitterkräuterkur erhält man in Reformhäusern, Naturkostläden und als individuelle Teemischungen in der Apotheke. Diese Teemischung mit den Kräutern trinken Sie einfach dreimal täglich vor den Mahlzeiten.2

Ernährungsempfehlungen

Zahlreiche natürliche Substanzen helfen bei Blähungen. Diese gibt es als Tinkturen, Tees und Gewürze und somit auf alle Vorlieben abgestimmt. Folgende Gewürze helfen bereits während der Nahrungsaufnahme:

  • Kardamom: die Samen haben eine appetitanregende, verdauungsfördernde sowie krampflösende Wirkung
  • Korianderfrüchte: besonders deren enthaltenes Korianderöl; genauso helfen die Öle von Piment, Salbei, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und
  • Sternanis
  • Rosmarin: das enthaltene ätherische Rosmarinöl (auch in Tees verwendbar) lindert Blähungen
  • Knoblauch: die Knolle kann Gärungsprozesse im Darm und die damit verbundenen Blähungserscheinungen und krampfartigen Beschwerden behandeln (zu beachten: geruchsintensiv)
  • Kümmel, Dill, Fenchel, Bohnenkraut und Thymian: mildern die blähende Wirkung von Hülsenfrüchten, Sojabohnen, grünen Bohnen und Erbsen
  • Cayennepfeffer und Ingwer: Lebensmittel mit Scharfstoffen regen die Schmerz- und Wärmerezeptoren an und steigern dadurch die Speichel- und Magensaftproduktion
  • Zitronengras: ist antibakteriell und entzündungshemmend und lindert innere Unruhe und Magenbeschwerden
  • Melissen- und Pfefferminztee: wirken blähungslösend

Diese Nahrungsmittel und Getränke hingegen fördern Blähungen:

  • Linsen, Bohnen, andere Hülsenfrüchte
  • Zwiebeln, Kohlgemüse
  • größere Rohkostmengen (besonders abends)
  • Konservenkost und Fastfood
  • Kirschen, Aprikosen, Beeren und alle Arten von unreifem Obst
  • frisches Brot, gebackene (noch warme) Kuchen und Plätzchen
  • kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee und Alkohol

Das Weglassen der genannten Lebensmittel hilft bei Problemen mit Blähungen und kann diese oft auch vermeiden.

Weitere Tipps gegen Flatulenzen

Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Informationen zur Befreiung von Blähungen. Die folgenden Tricks sind zwar nur kleinere Veränderungen, dafür aber effektiv:

  • Rauchen minimieren oder ganz damit aufhören (es kann Blähungen beeinflussen)
  • zu enge Kleidung, wie einen einschneidenden Hosenbund oder Gürtel, vermeiden
  • eine aufrechte Sitzhaltung einnehmen (trainiert zusätzlich noch die Rückenmuskeln)
  • ausreichend Bewegung (Radfahren und Spazierengehen kurbeln die Verdauung an)

Mit diesen Ratschlägen ist es möglich, dass Blähungen erst gar nicht entstehen oder zumindest gelindert werden.

1Flemmer, Andrea: Magen- und Darmerkrankungen natürlich behandeln. Einfache Therapien, die wirklich helfen. Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG 2011. S. 92.
2Schaenzler, Nicole: Magen & Darm – natürlich behandeln. München: Gräfe und Unzer Verlag GmbH 2016. S. 66.