Was gegen Verstopfung am besten hilft

Viele Leute kennen das Problem: Sie möchten auf die Toilette gehen, aber der Stuhlgang gelingt nicht so wie sie es sich wünschen. Eine Verstopfung (Obstipation) geht meist mit enormen Schmerzen im Bauchbereich und bei der Entleerung des Darms einher. Was gegen eine Verstopfung hilft und welche Medikamente gegebenenfalls eingenommen werden können, lesen Sie hier.

Eine Frau hält sich den Bauch und denkt über die Behandlung von Verstopfung nach.

Akute Verstopfung lösen: So gelingt es

Bevor Sie Medikamente bei einer Verstopfung einsetzen, versuchen Sie es lieber mit herkömmlichen Tricks. Allgemein ist viel Bewegung empfehlenswert: Körperliche Betätigung und Sport halten den Darm auf Trab und kurbeln die Verdauung an. Also bei Verdauungsproblemen lieber einen Spaziergang dem Sofa vorziehen. Auch eine Massage des Bauches verspricht Linderung: den Bauch einfach mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn massieren.

Um eine akute Verstopfung zu lösen, kann es unter anderem helfen, morgens auf nüchternen Magen ein Glas kaltes Wasser oder einen kalten Fruchtsaft zu trinken. Der Stuhlreflex wird dann durch die Kälte ausgelöst.

Wegen der speziellen Zubereitungsart durch die Milchsäuregärung, kann auch Sauerkraut eine Allzweckwaffe sein. Dieses einfach je nach Belieben morgens nach dem Aufstehen verschieden einsetzen. Entweder ein Glas Sauerkrautsaft schluckweiße trinken oder drei Esslöffel rohes Sauerkraut essen und gründlich kauen.1

Eine anregende Wirkung auf die Darmtätigkeit wird auch Apfelessig nachgesagt. In ein Glas Wasser einen Esslöffel davon verrühren und vor dem Frühstück zu sich nehmen, um die Verstopfung zu lösen.1

Wenn Sie es morgens lieber ein wenig süßer und fruchtiger mögen, weichen Sie bereits abends getrocknete Früchte (Feigen, Aprikosen, Dörrpflaumen) in einem halben Glas Wasser ein. Dieses über Nacht abgedeckt bei Zimmertemperatur stehen lassen und am nächsten Morgen das Obst essen sowie das Wasser, in dem es eingelegt war, trinken.

Was mitunter noch gegen Verstopfung hilft, sind Füll- und Quellstoffe wie Agar-Agar, Leinsamen, Weizenkleie oder Flohsamen. Sie eignen sich zur Selbstbehandlung bei einer leichteren Form der Verstopfung. Diese Lebensmittel regen die Verdauung an und machen den Stuhl gleitfähiger und somit leichter ausscheidbar. Einfach ins Müsli untermischen und verzehren. Achten Sie darauf, in den nächsten zwei Stunden genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nur so können die Quell- und Füllstoffe ihre volle Wirkung entfalten.

Hier die Tipps zur Soforthilfe zusammengefasst:

  • ausreichend Bewegung
  • Bauchmassage
  • ein kaltes Getränk morgens auf nüchternem Magen
  • rohes Sauerkraut essen oder Sauerkrautsaft trinken
  • Apfelessig in ein Glas Wasser geben und trinken
  • Trockenobst über Nacht in Wasser einweichen und morgens essen
  • Füll- und Quellstoffe zu sich nehmen

Wenn die Tipps nicht helfen, die akute Verstopfung zu lösen, suchen Sie einen Arzt auf. Ein Mediziner kann die Ursachen analysieren und verstopfungsauslösende Krankheiten wie beispielsweise eine Divertikulitis ausschließen. Der Arzt verschreibt auch die richtigen Medikamente, wenn diese nötig sind.

Verstopfung mit Medikamenten behandeln

Dem unregelmäßigen Stuhlgang kann man auch mit medikamentöser Behandlung zu Leibe rücken. Die Abführmittel, auch Laxantien genannt, sind Medikamente, welche die Darmentleerung beschleunigen sollen. Einerseits weichen sie den Stuhl auf und regen den Darm an. Andererseits können sie auch das dort enthaltene Wasser binden und somit das Stuhlvolumen vergrößern, was wiederum den Dehnungsreiz auslöst, der zu einer Entleerung führt. Die Formen der Abführmittel sind sehr verschieden: gegen Verstopfung gibt es Klistiere (Einläufe), Tabletten, Lösungen und Tees.

Alle Abführmittel entziehen dem Körper Wasser und wichtige Mineralstoffe, wie beispielsweise Kalium. Besonders bei sehr starken Mitteln wirkt sich dies wiederum negativ auf den sogenannten Elektrolythaushalt des Körpers aus und kann unter anderem zu Herzrhythmusstörungen führen. Deshalb sollten solche Medikamente nur kurze Zeit eingenommen werden und keine Dauerlösung sein. Vor der Einnahme sollten Sie unbedingt mit dem Arzt oder Apotheker sprechen. Was Ihnen auch helfen kann, ist eine Elektrolytlösung, die Sie in Apotheken und Drogerien entweder als trinkfertiges Produkt oder als Elektrolyt-Pulver zum Auflösen bekommen. Diese ersetzt die entzogenen Mineralstoffe.

Zu den starken Abführmitteln zählen die darmreizenden Sennesblätter, deren Einnahme über einen Tee erfolgt. Ebenso chemische Substanzen wie beispielsweise Bisacodyl, Phenolphthalein und Natriumpicosulfat, die nur kurzzeitig eingenommen werden sollen. Auch Bitter- und Glaubersalz gehören in die Gruppe der starken Abführmittel und sind mit Vorsicht zu genießen.

Viele Leute schwören als Abführmittel auch auf Rizinusöl bei Verstopfung. Dieses Hausmittel gehört aber zu den stark wirksamen pflanzlichen Abführmitteln und kann bei unsachgemäßem Gebrauch schwere Nebenwirkungen wie Krämpfe, Übelkeit und Durchfall mit sich bringen.

Wie bei Kindern eine akute Verstopfung lösen?

Natürlich können Kinder genauso wie Erwachsenen an Verstopfung leiden. Doch was hilft bei ihnen gegen Verstopfung? In erster Linie gleicht die Behandlung natürlich der der Erwachsenen. Viel Bewegung und eine kreisende Bauchmassage sind schon einmal ein guter Anfang, doch genauso eignet sich auch der Verzehr von Trocken- und Dörrobst. Die Anwendung von beispielsweise Apfelessig oder Sauerkraut auf nüchternen Magen eignet sich weniger bei Kindern, da sie die wohl rein aus Geschmacksgründen nicht freiwillig essen würden. Auch bei Medikamenten muss mehr aufgepasst werden, da viele nur für Erwachsene geeignet sind. Grundsätzlich gilt: keine Medikamente bei Verstopfung an Kinder geben, ohne die vorherige Rücksprache mit einem Arzt.

Dennoch ist es besonders bei Kindern wichtig, dass sie schnell Hilfe bekommen. Sonst prägen sie sich die Schmerzen ein und die Kinder verbinden diese immer mit der Stuhlentleerung. Im schlimmsten Fall entwickeln sie Angst vor dem Toilettengang, was nur wieder schwer rückgängig zu machen ist. Der Arzt verschreibt bei starker und langbestehender Verstopfung wahrscheinlich ein Klistier (Einlauf), um den Enddarm zu entleeren und so die Schmerzen zu beseitigen

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Zur Vorbeugung bei Verstopfung

Was vorbeugend gegen Verstopfung hilft, ist körperliche Bewegung. Denn durch diese wird auch die Darmmuskulatur in Bewegung gehalten. Wenn Sie sich über den Tag nicht ausreichend aktiv betätigen, reduziert dies die Eigenbewegung des Darms. Also abends einfach einmal eine Gymnastikeinheit einbauen oder einen Spaziergang machen – es heißt ja nicht umsonst: Verdauungsspaziergang.

Zusätzlich können eine ballaststoffreiche Ernährung (Getreide, Hülsenfrüchte) und kaliumreiche Lebensmittel wie Äpfel, Aprikosen, Avocados und Kartoffeln helfen. Diese wirken sich positiv auf den Dickdarm aus. Außerdem sollte immer genügend Flüssigkeit (etwa eineinhalb Liter) getrunken werden, um den Stuhl schön geschmeidig zu halten.

1Schaenzer, Nicole: Magen & Darm natürlich behandeln. München: Gräfe und Unzer Verlag GmbH 2016. S. 90-91.