Verstopfung – die Ursachen

Zumindest kurzzeitig hat wohl jeder schon einmal mit Verstopfung zu tun gehabt. Oft verschwindet sie wieder schnell. Doch was sind die Ursachen für Verstopfung und wie können Betroffene zu festen Stuhl vorbeugen? Lesen Sie hier mehr dazu.

Verstopfung im Überblick

Frau sitzt auf der Toilette. Verstopfung ist die Ursache.

Ob vorübergehend oder anhaltend – unangenehm ist Verstopfung (Obstipation) alle Male, denn häufig wird sie auch von Blähungen, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit begleitet. Von Verstopfung ist im Allgemeinen die Rede, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

  • Stuhlgang ist fest, hart und klumpig
  • Darmentleerung geschieht nur unter sehr festem Pressen
  • weniger als drei Stuhlgänge in der Woche1

Treten die Symptome mindestens über drei Monate im Jahr auf und ist gleichzeitig der Leidensdruck so groß, dass der Betroffene einen Arzt aufsucht, sprechen Mediziner von chronischer Verstopfung.2 Die Ursachen für Verstopfung sind vielfältig. Doch Sie können einiges zur Obstipationsprophylaxe tun, damit es gar nicht erst zu Problemen beim Stuhlgang kommt.

Durch Stress ausgelöste Verstopfung

Bei akutem Stress schüttet der Organismus das Hormon Adrenalin aus. Als Folge davon werden Sinne geschärft und zum Beispiel die Herzfrequenz erhöht – der Körper bereitet sich auf die Flucht oder einen Kampf vor (wozu es heutzutage allerdings meist nicht mehr kommt). Die Verdauung wird durch das Adrenalin gleichzeitig gehemmt, da sie in Notsituationen nur eine untergeordnete Rolle spielt. So ist es zu erklären, dass Verstopfung durch Stress im Alltag entstehen kann. Meist löst sich die Obstipation wieder auf, sobald die Anspannung nachlässt. Entspannungsmethoden wie Yoga oder Mediation können dabei hilfreich sein. Ist dies nicht der Fall und Sie stehen dauerhaft unter Strom, sollten Sie bei Ihrem Arzt Hilfe suchen.

Unbewusst können auch ungewohnte Situationen oder Tagesabläufe Stress verursachen und die Verdauung durcheinanderbringen. Kommen dann noch schwer verdauliche Mahlzeiten (wie deftiger Braten und fettige Pommes) oder Alkohol hinzu, ist fester Stuhl vorprogrammiert. Deshalb ist gerade die schönste Zeit des Jahres, die Urlaubsreise, eine häufige Ursache für Verstopfung. Hier kommen mehrere Aspekte zusammen, die den Darm belasten. Meist vergeht die Obstipation im Urlaub aber schnell wieder, sobald sich der Körper an die neue Umgebung angepasst hat.

Verstopfung vor der Periode

Manch eine Frau kennt das Problem: Verstopfung vor Eintreten der Periode. Doch warum ist das so? In den Tagen, bevor die Regelblutung beginnt, kommt es zu besonders starken Schwankungen im Hormonspiegel. Vor allem das Hormon Progesteron ist zu diesem Zeitpunkt erhöht und deshalb oft die Ursache für Verstopfung. Zu seinen Aufgaben gehört die Gebärmutter auf eine mögliche Embryoempfängnis vorzubereiten. Gleichzeitig hat Progesteron aber den Nebeneffekt, dass es die Bewegung der Darmmuskulatur verlangsamt und dadurch Verstopfung fördert. Im weiteren Fortgang des Zyklus nimmt die Progesteron-Ausschüttung wieder ab – die Verdauung normalisiert sich.

Durchfall während der Periode

Hat sich die Verstopfung vor der Periode gelöst und die Regelblutung eingesetzt, stehen viele Frauen vor der nächsten Beschwerde: Durchfall. Verantwortlich dafür ist die Hormongruppe der Prostaglandine. Sie sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, um so Schleimhaut abzustoßen. Dabei krampft sich gleichzeitig die Darmmuskulatur zusammen, wodurch es zu häufigerem Stuhlgang oder Durchfall kommen kann.

Weitere Gründe für Obstipation

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Kurzzeitige Verstopfung wird häufig durch eine einseitige Ernährung mit besonders stopfenden Lebensmitteln ausgelöst. Zu diesen Lebensmitteln zählen zum Beispiel Schokolade, Bananen oder Weißbrot. Außerdem fördert das Unterdrücken von Stuhlgang die Entstehung von Verstopfung. Ähnlich wie vor der Periode, kann Verstopfung zudem während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren durch Hormonschwankungen verursacht werden. Zusätzlich tritt Obstipation oft bei Lebensmittelunverträglichkeiten (zum Beispiel Gluten- oder Laktoseintoleranz) auf. Bestimmte Medikamente, wie manche Antidepressiva oder Schmerzmittel, können eine weitere Ursache für Verstopfung sein. Auch andere Erkrankungen (beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung) kommen als Auslöser für zu festen Stuhl in Frage. Wichtig ist es daher, dass Patienten keine falsche Scham zeigen und sich bei ungeklärter Obstipation frühzeitig an einen Mediziner wenden. Der Hausarzt ist meist ein guter erster Ansprechpartner. Er kann der Verstopfung sowie deren Ursache auf den Grund gehen und einen Behandlungsansatz entwickeln.

Obstipationsprophylaxe: Was beugt Verstopfung vor?

Ernährung und körperliche Betätigung beeinflussen die Verdauung wesentlich und können somit auch einen wichtigen Beitrag zur Obstipationsprophylaxe leisten. Gerade in den westlichen Industrienationen nehmen viele Menschen zu wenig Ballaststoffe zu sich. Dabei sind diese für die Magen-Darm-Aktivität entscheidend. Ballaststoffe sind Nährstoffe, die der Körper kaum zersetzen kann und die deshalb fast unverdaut den Darm erreichen. Sie aktivieren die Darmmuskulatur und fördern geschmeidigen, weichen Stuhl. Zur Obstipationsprophylaxe ist es daher ratsam, auf eine faserreiche Ernährung zu achten. Gute Lieferanten sind zum Beispiel:

  • Vollkornprodukte (Brot und Nudeln)
  • Hülsenfrüchte (Bohnen und Erbsen)
  • >Gemüse (Paprika und Rosenkohl)
  • Obst (Johannisbeeren und Äpfel)

Neben der Aufnahme von genügend Ballaststoffen, wird Betroffenen geraten, zusätzlich reichlich Wasser zu trinken, um einen Flüssigkeitsmangel als Ursache für Verstopfung auszuschließen. Experten empfehlen dabei mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee am Tag zu trinken.3 Wer zu festem Stuhl neigt, sollte die Menge erhöhen.

Gut zu wissen

Viele Menschen mit Verdauungsproblemen haben eines gemeinsam: Sie sitzen aufgrund ihrer Arbeit den Großteil des Tages. Dabei ist körperliche Aktivität wichtig, um die Verdauung in Schwung zu bringen. Umgekehrt ist es daher nicht verwunderlich, dass zu wenig Bewegung eine der häufigsten Ursachen für Verstopfung und Darmträgheit ist. Schon ein kleiner Spaziergang täglich oder das Erledigen der Einkäufe mit dem Rad beeinflussen die Darmbewegung positiv. Ausreichend Bewegung leistet aber nicht nur einen Beitrag zur Obstipationsprophylaxe, auch der Rest des Körpers profitiert davon.

1Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum: Verstopfung Durchfall Verstopfung, Durchfall – Woran muss man denken? URL: https://www.kk-bochum.de/de/Aktuelles_und_Presse/Veranstaltungen/_Vortraege_2013/2013_09_19_Vortrag_Steckstor.pdf (22.11.2018).
2Magen-Darm-Ärzte.de: Chronische Verstopfung. URL: http://www.magen-darm-aerzte.de/ich-wills-genau-wissen/darm/reizdarm/chronische-verstopfung.html (14.11.2018).
3Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Wasserbilanz (ml/Tag) des Erwachsenen. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/ (13.11.2018).