Homöopathie bei Colitis ulcerosa

Häufige und meist schmerzhafte Durchfälle – typische Anzeichen für die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa. Doch was können Betroffene tun? Lesen Sie hier, wie die Homöopathie Patienten Linderung verschaffen kann.

Homöopathie kann bei Colitis ulcerosa helfen.

Colitis ulcerosa – Homöopathie zur Behandlung?

Bei Colitis ulcerosa ist der Dickdarm chronisch entzündet. Betroffene leiden unter schmerzhaften, häufig blutigen Durchfällen. Auch Krämpfe, Blähungen und Appetitverlust sind bei Colitis ulcerosa keine Seltenheit. Typisch für die Krankheit: Sie tritt in Schüben auf. Diese können Tage oder Wochen anhalten. Die Ursachen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung sind weitestgehend noch unklar. Experten vermuten, dass verschiedene Aspekte, wie familiäre Veranlagung, schädliche Umwelteinflüsse und ein geschwächtes Immunsystem, eine Rolle spielen. Gesichert ist die Theorie jedoch noch nicht.

Colitis ulcerosa gilt bislang als unheilbar. Die richtigen Medikamente machen es aber möglich, dass Betroffene für längere Zeit (Monate bis hin zu Jahren) ohne akute Symptome leben. Die Homöopathie kann bei Colitis ulcerosa unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung angewandt werden.

Die Homöopathie zeichnet sich durch das sogenannte Ähnlichkeitsprinzip aus. Das übergeordnete Ziel: Der Körper soll mithilfe seiner Selbstheilungskräfte zurück zu einem gesunden Zustand finden. Das Ähnlichkeitsprinzip beschreibt, dass Substanzen, die in größerer Menge Beschwerden auslösen, in kleinen Mengen und speziell verdünnt (Potenzierung) eben diese Leiden lindern können. Homöopathische Mittel gibt es in Form von Tabletten, Tropfen und Globuli. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine homöopathische Behandlung nur in Ausnahmefällen.

Welche Krankheiten lassen sich mit Homöopathie behandeln?

Bei den folgenden Krankheiten und Krankheitsbildern soll die Homöopathie unter anderem für Linderung sorgen können:

  • chronische Darmerkrankungen (zum Beispiel Colitis ulcerosa)
  • rheumatische Erkrankungen und Gelenkschmerzen
  • Allergien
  • Wechseljahresleiden
  • Schlafstörungen
  • Stress und Unruhen

An ihre Grenzen stößt die Homöopathie meist, wenn es um die tatsächliche Heilung einer Krankheit geht. So auch bei Colitis ulcerosa: Die Homöopathie trägt beispielsweise dazu bei, Beschwerden zu lindern. Sie ist allerdings, ebenso wie die Schulmedizin, nicht in der Lage, den Patienten vollständig von der Erkrankung zu befreien.

Colitis ulcerosa und Homöopathie: Globuli gegen Durchfall

Globuli sind kleine Kügelchen, die mit homöopathischen Substanzen versetzt sind und aus Zucker bestehen. Generell sind Globuli vor allem bei Kindern als homöopathisches Mittel beliebt, da sie sich einfach auf der Zunge auflösen und einen angenehm süßen Geschmack besitzen. Aber auch viele Erwachsene schwören auf sie. Für Betroffene mit Colitis ulcerosa gibt es in der Homöopathie eine Vielzahl an Globuli, die gegen Durchfälle helfen sollen. Vor allem folgende Inhaltsstoffe werden empfohlen:

  • Arsenicum album (weißes Arsenik)
  • Phosphorus (Phosphor)
  • China officinalis (Rinde des Chinarindenbaums)

Was die Häufigkeit der Einnahme von Globuli betrifft, sollten sich Patienten mit ihrem Heilpraktiker oder homöopathischen Arzt besprechen.

Homöopathie – kein geschützter Begriff

Die Bezeichnung „Homöopathie“ ist rechtlich nicht definiert. Homöopathische Ärzte durchlaufen nach dem Medizinstudium eine von der Landesärztekammer geregelte Schulung. Heilpraktiker erlernen den Umgang mit der Homöopathie in einer Ausbildung. Es gibt aber durchaus auch Praxen für Homöopathie, in denen kein Mitarbeiter eine Fachausbildung in diesem Bereich besitzt. Patienten sollten sich daher vor einer Behandlung immer nach den Qualifikationen erkundigen. Dies ist vor allem wichtig, wenn es sich um eine ernsthafte chronische Erkrankung wie Colitis ulcerosa handelt, die mittels Homöopathie begleitend therapiert werden soll.

Homöopathie zur Behandlung psychischer Leiden

Die chronische Darmentzündung Colitis ulcerosa stellt für Betroffene häufig eine Belastung dar. Ständiger und unkontrollierbarer Durchfall während eines aktiven Schubs setzen der Psyche zu und lösen häufig Ängste, Panik und Stress aus. Homöopathie kann bei diesen durch Colitis ulcerosa ausgelösten Beschwerden helfen. Es gibt dafür zum Beispiel folgende Mittel:

  • Acidum phosphoricum (Phosphorsäure) bei geistiger Erschöpfung durch Nervosität
  • Valeriana (Baldrian) und Passiflora incarnata (Passionsblume) bei Schlafstörungen durch Unruhe
  • Chamomilla (Kamille), Stramonium (Gemeiner Stechapfel) und Zincum metallicum (Zink) bei anhaltendem Stress
  • Kalium bromatum (Kalium) und Piper methysticum (Rauschpfeffer) bei übermäßigem Grübeln und nervöser Unruhe

Außerdem diskutieren Experten immer wieder, ob Stress und Co. einen aktiven Schub fördern. Auch wenn es hierfür keine eindeutigen Belege gibt, sollten Betroffene mit Colitis ulcerosa versuchen, die psychische Belastung zu reduzieren. Da der Anwendungsbereich bei seelischen Leiden in der Homöopathie sehr umfangreich ist, ist es für Patienten ratsam, sich von ihrem Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen. Gemeinsam können sie geeignete Substanzen bestimmen.

Homöopathie bei Colitis ulcerosa nur nach Absprache mit dem Arzt

Wissenschaftler diskutieren immer wieder, ob homöopathische Mittel überhaupt eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen. Häufig wird auf den Placebo-Effekt verwiesen. Es ist daher sehr wichtig, dass Patienten mit Colitis ulcerosa mit ihrem Arzt Rücksprache halten, bevor sie Homöopathie oder pflanzliche Mittel anwenden. Globuli und Co. können in der Regel nicht die Beschwerden eines akuten Schubs vollständig behandeln. Unterstützend eingesetzt bringen sie im Normalfall aber keinen Schaden. Es kann daher für Menschen mit Colitis ulcerosa sinnvoll sein, Homöopathie auszuprobieren. Aber nur, wenn der Arzt dem auch zustimmt.