Alles Wichtige über die Behandlung der Divertikulitis

Eine Divertikel Entzündung führt bei vielen Patienten zu Symptomen wie Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen. Die Behandlung der Divertikulitis richtet der Arzt nach dem Schweregrad der Erkrankung, er verordnet Schonkost oder in komplizierten Krankheitsfällen Antibiotika. Sehr schwerere Formen müssen allerdings durch eine Operation therapiert werden.

Unkomplizierte Darmdivertikel erfordern keine Behandlung

Eine Ärztin berät eine Patientin, welche Therapiemöglichkeiten ihr bei einer Divertikulitis offen stehen.

Einige Menschen, vor allem ältere, haben Darmdivertikel und wissen davon gar nichts. Das liegt daran, dass die Ausstülpungen der Darmschleimhaut nicht zu Beschwerden führen. In diesem Fällen sprechen Mediziner von einer Divertikulose, die im Regelfall auch nicht therapiert werden. Nur etwa ein Drittel der Betroffenen entwickeln Symptome. Davon erleiden circa fünf Prozent ernstere Komplikationen wie eine Entzündung der Divertikel.1 Diese Krankheit wird als Divertikulitis bezeichnet und erfordert eine Behandlung durch den Arzt.

Die Divertikulitis-Behandlung nach Ausprägung der Krankheit

Die Therapie der Divertikulitis richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und den Beschwerden des Patienten. Gegen eine leichte Entzündung sind nicht unbedingt Medikamente nötig. Bei schwereren Formen kann dagegen eine Antibiotikagabe sinnvoll sein.

Die Diagnose der Divertikulitis

Um die Diagnose zu stellen, erkundigt sich der Arzt zunächst nach den Symptomen und der gesundheitlichen Vorgeschichte des Patienten. Außerdem erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Darmgeräusche abhört und eventuelle Verhärtungen im Unterbauch abtastet. Daneben wird in der Regel auch eine Blutuntersuchung und ein Ultraschall gemacht. Eine Darmspiegelung (Koloskopie) kommt im akuten Stadium nicht infrage, weil ein Darmdurchbruch droht. An einem späteren Stadium sollte die Untersuchung stattfinden, da so andere Erkrankungen wie Darmkrebs ausgeschlossen werden können. Kommt ein Patient mit sehr starken Beschwerden ins Krankenhaus, drängt die Zeit, meist leitet der Arzt dann umgehend eine Notfalloperation ein. Bei starken Scherzen könnte die Darmwand bereits gerissen sein.

Divertikulitis-Behandlung bei der leichten Form

Patienten mit einer Divertikulitis mit Beschwerden wie leichten Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen, kann der kurzzeitige Verzicht auf Nahrung Linderung verschaffen. Dabei erfolgt eine engmaschige ärztliche Kontrolle. Anschließend verordnet der Arzt flüssige oder leichte Kost. Dadurch wird der Darm geschont und kommt oftmals von alleine mit der Entzündung zurecht. Diese Behandlung der Divertikulitis ist ambulant, das heißt der Patient muss nicht ins Krankenhaus. Führt die Therapie zu einer Verbesserung, muss er die Schonkost noch einige Tage fortsetzen und kann dann wieder normal essen. Bei schwereren Entzündungen ist meist Antibiotika gegen die bakterielle Infektion notwendig, welches der Arzt verschreibt.

Therapie einer Divertikulitis mit Komplikationen

Eine Behandlung der Divertikulitis im Krankhaus ist nur in schweren Fällen notwendig. In der Klinik haben die Ärzte den Patienten rund um die Uhr unter Beobachtung und können bei Komplikationen schnell einschreiten. In der stationären Divertikulitis-Therapie kann eine Antibiotikagabe in Form einer Infusion sowie eine vorübergehende künstliche Ernährung zur Entlastung des Darms gewährleistet werden. Außerdem können Chirurgen im Krankenhaus eine operative Entfernung von entzündeten Divertikeln durchführen, falls das nötig ist. Bei dem Eingriff werden außerdem eventuelle Komplikationen so weit wie möglich behandelt, zum Beispiel Blutungen gestoppt.

In folgenden Fällen kommt eine Operation zur Divertikulitis-Therapie infrage:

  • Darmdurchbruch
  • Darmverengung
  • sehr starken Blutungen
  • Fisteln (Verbindungsgängen zwischen Organen)
  • andere Therapien schlagen nicht an
  • immer wiederkehrende Entzündungen

Nach der Behandlung der Divertikulitis sollten die Patienten auf ihre Ernährung achten und sich ausreichend bewegen, um die Darmgesundheit zu fördern. Einige Betroffene leiden allerdings auch nach der Therapie noch an leichten Beschwerden, auch Rückfälle sind nicht ausgeschlossen.

Vorbeugung statt Behandlung? Der Einfluss der Ernährung auf das Divertikulitis-Risiko

Indem Sie Darmdivertikeln vorbeugen, verringern Sie auch die Gefahr der Entstehung einer Divertikulitis – eine Therapie ist dann nicht erforderlich. Laut Experten kann zum Beispiel eine ballaststoffreiche Kost das Risiko einer Divertikelkrankheit senken.2 Setzen Sie also ausreichend Obst und Gemüse auf Ihren Speiseplan, denn Äpfel, Karotten und Co. enthalten viele Ballaststoffe – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Außerdem sollten Menschen, die ein hohes Risiko für Divertikel haben, Übergewicht vermeiden und Verstopfung vorbeugen, indem sie sich ausreichend bewegen.

 

1 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-020l_S3_Divertikelkrankheit_Divertikulus_2014-05.pdf (16.02.2018).
2 Ebd.