Divertikulitis: Hausmittel können die Therapie ergänzen

Eine Divertikulitis ist eine ernstzunehmende Krankheit. Sie zeichnet sich durch Beschwerden wie Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen aus. Eine Behandlung durch einen Mediziner wird dringend empfohlen. Doch können auch Hausmittel bei einer Divertikulitis helfen? Erfahren Sie hier mehr dazu.

Eine Wärmflasche zählt zu den Hausmitteln bei Divertikulitis.

Sind Hausmittel bei Divertikulitis sinnvoll?

Bei einer Divertikulitis handelt es sich um eine Entzündung von kleinen Ausstülpungen (Divertikel), die sich an der Wand des Dickdarms befinden. Zu solch einer Entzündung kommt es beispielsweise, wenn kleine Mengen Stuhl an den Divertikeln hängen bleiben.

Was sind Darmdivertikel und wodurch entstehen sie?

Die Wand des Dickdarms besteht aus zwei verschiedenen Schichten: der Schleimhaut (innere Schicht) und dem Muskelgewebe (äußere Schicht). Die Muskelschicht des Darms übt bei Nahrungsaufnahme Druck aus, wodurch die Nahrung transportiert wird. Gleichzeitig gibt die Muskulatur dabei Druck an die innere Schleimhautschicht weiter. Bei diesem Vorgang kann es passieren, dass sich Schwachstellen der Schleimhaut nach außen stülpen. Sogenannte Divertikel entstehen. Bestimmte Risikofaktoren – wie zunehmendes Alter (und dadurch geschwächtes Bindegewebe), ungesunde Ernährung und Nikotinkonsum – begünstigen die Bildung der Auswölbungen.

Die folgenden Symptome sind typisch für eine Divertikulitis:

  • dumpfe, gleichmäßige Schmerzen im linken Unterbauch (vor allem nach dem Essen)
  • Blähungen
  • Durchfälle
  • Verstopfungen
  • Eiterabsonderungen im Stuhl
  • allgemeines Schwächegefühl
  • leichtes Fieber

Mediziner behandeln die Entzündung häufig mit Antibiotika und verschreiben zusätzlich Schmerzmittel. In schweren Fällen muss der Arzt den betroffenen Darmabschnitt bei einem chirurgischen Eingriff entfernen. Doch nicht nur konservative Behandlungen helfen. Auch Hausmittel können bei einer Divertikulitis eingesetzt werden. Hier ist es jedoch wichtig zu betonen, dass die Hausmittel zwar vielleicht kurzzeitig Symptome der Divertikulitis lindern, eine konservative Therapie ersetzen sie aber nicht. Die Anwendung von Hausmitteln bei einer Divertikulitis sollten Betroffene immer mit ihrem Arzt absprechen.

Divertikulitis – Kräutertees als Hausmittel

Blähungen, Durchfälle und Verstopfungen gehören häufig zu den Symptomen bei einer Entzündung der Darmausstülpungen. Sind die genannten Beschwerden nur leicht ausgeprägt, können Kräutertees als Hausmittel bei Divertikulitis eingesetzt werden. Die Kamille ist zum Beispiel ein echter Klassiker unter den Heilpflanzen. Sie soll bei Verdauungsproblemen eine entspannende und krampflösende Wirkung haben. Bei Pfefferminztee wird dagegen vermutet, dass er einen lindernden Effekt bei Blähungen besitzt. Eine ähnliche Wirkweise wird Anis und Fenchel nachgesagt. Die verschiedenen Teesorten gibt es im gutsortierten Supermarkt, im Drogeriemarkt oder in der Apotheke zu kaufen. Was die Dosierung betrifft, besprechen Sie sich am besten mit Ihrem Arzt, da diese individuell variieren kann.

Wärmflaschen und Co. – beliebte Hausmittel bei Divertikulitis

Lokale Wärmeanwendungen können vorübergehend leichtere Bauchschmerzen und Krämpfe lindern. Sie sorgen dafür, dass sich Magen- und Darmmuskulatur kurzzeitig entspannen. Eine Wärmflasche ist daher ein gutes Hausmittel, wenn Sie an einer Divertikulitis leiden. Achten Sie beim Gebrauch darauf, dass Sie die Wärmflasche immer in eine Hülle stecken, damit kein direkter Hautkontakt besteht und es nicht zu Verbrennungen kommt. Auch Kirschkernkissen oder warme Wickel sind als Hausmittel bei Divertikulitis geeignet. Ähnlich wie eine Wärmflasche sorgen sie dafür, dass sich die Verdauung durch den Wärmeeinfluss allgemein entspannt, wodurch eine Linderung der Beschwerden möglich ist.

Hausmittel bei Divertikulitis: Richtige Ernährung

Wenn Sie an einer Divertikulitis leiden, sollten Sie auf milde und gut bekömmliche Nahrungsmittel setzen. Beispiele dafür sind:

  • klare Suppen
  • Zwieback
  • gekochtes oder gedünstetes Gemüse
  • weiche Obstsorten wie Bananen oder Pfirsiche (gerne auch als Smoothies)
  • mageres Fleisch
  • fettarme Milchprodukte

Obwohl Gewürze bei vielen anderen Erkrankungen ein beliebtes Hausmittel sind, sollten Betroffene bei einer Divertikulitis eher sparsam damit umgehen. Scharfe (und stark gewürzte) Lebensmittel sowie Gerichte reizen die sowieso schon durch die Entzündungen belastete Darmschleimhaut zusätzlich. Zudem sind besonders fettige und deftige Speisen bei einer akuten Divertikulitis weniger zu empfehlen, da sie die Verdauung stark beanspruchen.

Weitere Hausmittel bei Beschwerden durch Divertikulitis

Auch ein gutes Hausmittel bei Divertikulitis: eine sanfte Massage des Bauchs. Benutzen Sie dafür am besten etwas ätherisches Massageöl (zum Beispiel aus Pfefferminze oder Rosmarin). Dieses können Sie in Apotheken oder Drogeriemärkten kaufen. Massieren Sie vom Bauchnabel beginnend mit kreisförmigen Bewegungen nach außen. Bewegen Sie Ihre Hände dabei im Uhrzeigersinn, so kann zum Beispiel festsitzende Luft in Richtung Darmausgang geschoben werden. Das gibt der Magen- und Darmmuskulatur die Möglichkeit zu entspannen, was wiederrum Blähungen und auch Verstopfungen lösen kann. Außerdem sollten Sie als Hausmittel bei Divertikulitis den Ballaststoff Pektin berücksichtigen. Dieser ist unter anderem in Karotten und Äpfeln enthalten. Gelangt Pektin in den Darm, so nimmt es dort überschüssige Flüssigkeit auf und dickt den Stuhl ein. So kann der Ballaststoff bei Durchfällen für Linderung sorgen. Am besten soll die Pektin-Aufnahme funktionieren, wenn Sie Äpfel und Karotten roh, mit Schale und in geriebener Form essen.

Divertikulitis: Hausmittel ersetzen nicht die Behandlung

Wer bei sich aufgrund der Symptome eine Entzündung der Auswölbungen im Darm vermutet, dem wird empfohlen, baldmöglichst einen Mediziner aufzusuchen. Es könnte fatal sein, bei einer Divertikulitis auf eine reine Selbstbehandlung mit Hausmitteln zu setzen. Wird eine Divertikulitis nicht therapiert, sind Komplikationen wie Abszessbildungen möglich.

Im schlimmsten Fall kann auch ein Darmdurchbruch oder ein Darmverschluss die Folge sein. Bei einem Darmdurchbruch handelt es sich um einen lokalen Bruch in der Darmwand, durch den Darminhalte in den Bauchraum gelangen. Ein Darmverschloss beschreibt die Blockierung des Darms. Der Weitertransport von Nahrung ist dann nicht möglich. Beide Erkrankungen sind potenziell lebensgefährlich und gehören sofort in Behandlung. Umso wichtiger ist es daher, dass Betroffene die Anzeichen einer Divertikulitis ernst nehmen und nicht versuchen, diese nur mit Hausmitteln zu behandeln. Denn im Anfangsstadium lässt sich die Entzündung oft gut mit Medikamenten in den Griff bekommen.