Ernährung bei Colitis ulcerosa

Ständiger, häufig auch schmerzhafter Stuhlgang – Colitis ulcerosa ist für Betroffene mehr als nur unangenehm. Doch welche Rolle spielt die Ernährung bei der Darmentzündung? Und müssen Betroffene mit Colitis ulcerosa komplett auf Alkohol verzichten? Erfahren Sie hier mehr dazu.

Frau achtet auf die richtige Ernährung bei Colitis ulcerosa.

Colitis ulcercosa – wie wichtig ist die Ernährung?

Experten sind sich einig, dass die Ernährung bei der Darmentzündung Colitis ulcerosa ein wichtiger Aspekt ist. Grundsätzlich gibt es aber nicht die eine richtige Ernährung bei Colitis ulcerosa. Der Grund: Was der eine Patient gut verträgt, löst beim anderen starke Beschwerden, wie Durchfälle, Krämpfe und Blähungen, aus. Außerdem haben viele Betroffene mit Lebensmittelunverträglichkeiten, wie Gluten- oder Laktoseintoleranz, zu kämpfen.

Was ist Colitis ulcerosa?

Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische Entzündung des Dickdarms, die typischerweise in Schüben verläuft. Während eines Schubs kommt es häufig zu (teilweise blutigen) Durchfällen, Blähungen und Krämpfen. In einer Ruhephase sind Patienten frei von Symptomen oder diese treten nur in abgeschwächter Form auf. Wie lange ein aktiver Schub anhält, variiert von Tagen bis hin zu Wochen. Die Ursachen für die Entzündung sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass eine ganze Reihe an Auslösern (zum Beispiel ein geschwächtes Immunsystem, genetische Veranlagung oder Umwelteinflüsse) eine Rolle spielt. Colitis ulcerosa ist derzeit nicht heilbar. Trotzdem leben viele Patienten mit den richtigen Medikamenten häufig für längere Zeit beschwerdefrei. Auch die Ernährung kann die Darmentzündung positiv beeinflussen.

Immer wieder diskutieren Experten, ob ungesunde Ernährung als Ursache für Colitis ulcerosa in Frage kommt. Dafür spricht, dass sich Krankheitsfälle vor allem in Industrienationen (deren Bewohner häufig wenig Ballaststoffe und dafür viele Fette sowie raffinierte Zucker zu sich nehmen) häufen. Eindeutig bestätigt ist ungesunde Ernährung als Auslöser der Darmentzündung aber nicht.

Ballaststoffe als Teil der Ernährung bei Colitis ulcerosa

Ballaststoffen sind spezielle Kohlenhydrate, bei welchen der Organismus nicht in der Lage ist, sie vollständig zu zersetzen. Sie gelangen daher fast unverdaut in den Dickdarm. Bakterien der Darmflora wandeln die Ballaststoffe in kurzkettige Fettsäuren um. Diese dienen der Darmschleimhaut wiederum als wichtige Nährstoffquelle. Dadurch tragen Ballaststoffe zu einer gesunden Darmflora bei. Sie sollen zudem Verdauungsprobleme bei Colitis ulcerosa lindern. Gute Ballaststoff-Lieferanten sind zum Beispiel:

  • Getreide (wie Hafer oder Gerste)
  • Gemüse (unter anderem Paprika und Rosenkohl)
  • Obst (zum Beispiel Birnen und Äpfel)
  • Hülsenfrüchte (wie Bohnen und Erbsen)

Selbst, wenn Ballaststoffe sich positiv auf Beschwerden der Verdauung auswirken können, so gibt es doch keine Garantie dafür. Betroffenen mit Colitis ulcerosa, die den Ballaststoff-Anteil in der Ernährung erhöhen wollen, wird empfohlen, dies langsam tun. Eine ungewohnt hohe Ballaststoff-Aufnahme kann Blähungen und Krämpfe verursachen.

Colitis ulcerosa und Ernährung: Alkohol erlaubt?

Manche Betroffene berichten davon, dass Alkohol Symptome der Colitis ulcerosa, wie etwa Durchfälle, verstärkt. Diese Aussage trifft aber nicht für alle Patienten allgemein zu. Ähnlich wie bei der Nahrungsmittelverträglichkeit, ist es auch mit Alkohol: Was beim einen schwere Symptome auslöst, bereitet dem anderen kein Problem. Ein generelles Verbot von Alkohol in der Ernährung bei Colitis ulcerosa gibt es daher nicht. Allerdings sollten Betroffene besonders bewusst mit Hochprozentigem umgehen. So haben Sie die Möglichkeit festzustellen, ob Alkohol Ihre Symptome tatsächlich verstärkt. Im Zweifel schadet es natürlich nicht, auf Alkohol bei Colitis ulcerosa komplett zu verzichten. Wer dies aber nicht möchte und bei wem Alkohol keinen Einfluss auf die Verdauung nimmt, für den ist es durchaus möglich, sich zu besonderen Anlässen zum Beispiel ein Glas Sekt zu gönnen.

Das Ernährungstagebuch als Hilfestellung

Für Menschen mit Colitis ulcerosa ist es sinnvoll, ein Ernährungstagebuch zu führen. Notieren Sie darin folgende Aspekte:

  • gegessene Lebensmittel
  • aufgenommene Menge
  • Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme
  • auftretende Beschwerden
  • Schweregrad der Symptome

Das Ernährungstagebuch gibt schnell Auskunft darüber, welche Lebensmittel der Patient gut und welche er schlecht verträgt. Es kann dem Arzt ebenso dabei helfen, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen und Empfehlungen für die richtige Ernährung bei Colitis ulcerosa abzugeben.

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Weitere Tipps für die richtige Ernährung bei Darmentzündung

Auch wenn es keine festen Vorschriften für eine besondere Ernährung bei Colitis ulcerosa gibt, so ist es doch sinnvoll, dass Patienten mit einer Darmentzündung bei der Ernährung auf ein paar allgemeine Aspekte achten. Vor allem während akuten Schüben wird Betroffenen empfohlen, ihre Nahrung über den Tag verteilt in kleinen Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Große Portionen erschweren die Verdauung. Das Gleiche gilt für fettige und deftige Speisen. Zusätzlich sollten Sie sehr scharfe oder saure Lebensmittel vermeiden. Diese belasten den sowieso schon gereizten Darm noch mehr.

Durchfälle sind ein sehr häufiges Symptom bei Coltitis ulcerosa. Das ständige Ausscheiden von flüssigem Stuhl entzieht dem Körper viel Wasser. Betroffene müssen daher auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Experten empfehlen mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag.1 Da bei Durchfällen außerdem viele Vitamine und Mineralstoffe verloren gehen, kann es für Menschen mit Colitis ulcerosa sinnvoll sein, spezielle Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Diese gleichen einen Nährstoffverlust aus. Im Zweifel ist es für Patienten ratsam, sich vom Arzt beraten zu lassen. Gemeinsam legen sie fest, welche Ernährung bei Colitis ulcerosa für Sie die richtige ist.

1Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Wasserbilanz (ml/Tag) des Erwachsenen. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/ (24.10.2018).