Darmflora aufbauen: Diese Möglichkeiten gibt es

Unser Darm ist von vielen winzigen Organismen besiedelt. Die Gemeinschaft dieser Lebewesen, die Darmflora, hat wichtige Funktionen für die Gesundheit von Darm und Körper. Allerdings kann ihre Zusammensetzung durch verschiedene Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten. Wann ist es sinnvoll, die Darmflora mit Medikamenten aufzubauen?

Ökosystem Darm: Die gesunde Darmflora

Illustration von Mikroorganismen, die die Darmflora aufbauen

Geht es um die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm, spricht man von der Darmflora oder auch der Mikrobiota. Zur gesunden Darmflora gehören neben „guten“ Bakterien auch Pilze und andere winzige Lebewesen. Die Besiedlung des Darms beginnt bereits bei der Geburt, ändert sich im Lauf des Lebens immer wieder und ist ähnlich individuell wie der Fingerabdruck des Menschen.

Wie die optimale Darmbesiedlung aussehen sollte, ist nicht eindeutig zu beantworten. Die Wissenschaft forscht derzeit noch an der Bedeutung einzelner Bakterienstämme für die gesunde Darmflora. Als gesichert gilt aber die These, dass eine vielfältige Besiedlung durch unterschiedliche Mikroorganismen gesundheitsförderlich ist. Vereinfacht könnte man sagen: Je diverser, desto besser. Und auch die Menge der einzelnen Darmbewohner spielt eine Rolle: Von einer bestimmten Bakterienart sollte weder zu viel noch zu wenig vorhanden sein – genau wie im Ökosystem der Natur.

Wann die Darmflora aufbauen?

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Verschiedene Faktoren beeinflussen die Zusammensetzung der Darmflora:

  • Genetik
  • Ernährung
  • Medikamente (beispielsweise Antibiotika, Abführmittel, Schmerzmittel)
  • allgemeine Lebensumstände, zum Beispiel Stress

Darmflora aufbauen nach Antibiotika

Besonders stark greift die Therapie mit Antibiotika die Darmflora an: Eine einwöchige Einnahme des Medikaments kann die Zusammensetzung und Aktivität dramatisch verändern.1 Es ist nötig, die Darmflora aufzubauen, wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten ist. Oftmals bemerken Betroffene dies an Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Verstopfung. Deshalb kann vorbeugend oder auch nach einer Therapie mit Antibiotika ein Medikament zum Aufbauen der Darmflora genommen werden.

Wichtig:
Antibiotika verschreibt der Arzt gegen eine Infektion mit bakteriellen Krankheitserregern. Die Therapie sollten Sie immer so lange fortsetzen wie verordnet. Denn nur so kann der Krankheitserreger komplett beseitigt werden. Anschließend können Sie Maßnahmen ergreifen, die die angegriffene Darmflora wiederherstellen können.

Darmflora aufbauen bei Magen-Darm-Erkrankungen

Auch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes kann eine Veränderung der Darmflora vorliegen – und eine Behandlung nötig sein. Zum Beispiel ist das bei der chronisch entzündlichen Darmkrankheit Colitis ulcerosa oder beim Reizdarmsyndrom der Fall.

Darm aufbauen: so können Sie die Darmflora wiederherstellen

Um die mikrobielle Vielfalt im Darm wieder aufzubauen, können sogenannte Probiotika zum Einsatz kommen, also spezielle Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel zum Darmflora-Aufbau. Auch in einigen Lebensmitteln wie Joghurt und Sauerkraut sind probiotische Bakterien enthalten. Zur Darmsanierung sollten die Mikroorganismen aber in größerer Menge aufgenommen werden – zumal nur ein Teil der Bakterien lebend am Zielort ankommt: Die Magensäure tötet sie unter Umständen ab und macht sie damit unwirksam. Bei Medikamenten, mit denen Sie die Darmflora aufbauen können, sind die darin enthaltenen Organismen meist durch magensaftresistente Hüllen vor der Säure geschützt.

Welche Bakterienstämme den Darm „sanieren“, also die Darmflora wiederherstellen, ist nicht immer eindeutig zu sagen. In der Apotheke gibt es eine breite Auswahl an Medikamenten, die auf unterschiedliche Beschwerdebilder zugeschnitten sind. Der Arzt oder Apotheker kann Sie näher beraten, wie Sie individuell Ihre Darmflora aufbauen können.

 

1 Pharmazeutische Zeitung. URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=44218 (19.02.2018).