Darmverschluss – diese Formen sind möglich

Ein Verschluss des Darms ist alles andere als angenehm. Betroffene leiden unter anderem an krampfartigen Bauchschmerzen – auch Koliken genannt. Dabei ist Darmverschluss nicht gleich Darmverschluss. Ärzte unterscheiden etwa zwischen einem Subileus, Bridenileus sowie einer Darmlähmung. Jedoch auch darin, ob ein Ileus – wie der Darmverschluss fachsprachlich genannt wird – ein paralytischer oder ein mechanischer ist. Lesen Sie jetzt mehr über die verschiedenen Formen.

Ein Darmverschluss verursacht bei einer Frau starke Beschwerden im Bauchbereich.

Der Darmverschluss: Ein Überblick

Betroffene sollten einen Darmverschluss keinesfalls unterschätzen. Im Prinzip kommt es dazu, dass der Darm den Kot eines Betroffenen nicht mehr weiterbefördert – die Darmpassage ist verschlossen. Die Folge: Der Stuhl staut sich auf. Daher ist bei einem Darmverschluss (Ileus) auch eine schnelle Behandlung erforderlich. Nur so lässt sich verhindern, dass der Kot einen hohen Druck erzeugt und die Darmwand beschädigt.

Mit anderen Worten zählt dieses Krankheitsbild zu den medizinischen Notfällen. Eine ärztliche Behandlung – beispielsweise eine Operation, mit der Hindernisse wie Gallensteine im Darm entfernt werden – ist demzufolge dringend anzuraten.

Die Ursachen und Symptome eines Darmverschlusses sind vielfältig. Vor allem hängt dies damit zusammen, dass es verschiedene Formen gibt. Zu ihnen gehören:

  • paralytischer Ileus
  • mechanischer Ileus
  • Darmlähmung
  • Bridenileus
  • Subileus

Generell sollten Sie den Rat einer Fachperson einholen, wenn Symptome wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchweh oder Durchfall plötzlich und ungewöhnlich stark in Erscheinung treten.

Ist ein Subileus ein wirklicher Darmverschluss?

Bei einem Subileus handelt es sich noch nicht um einen Ileus. Viel eher verstehen Mediziner darunter die Vorstufe eines Darmverschlusses. Auch diesen gilt es, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn es besteht immer die Gefahr, dass sich daraus ein vollständiger Ileus entwickelt, der meist mit einem Klinikaufenthalt verbunden ist.

Eine klare Definition dafür, wann das Krankheitsbild ein Subileus und wann ein Darmverschluss ist, gibt es nicht. Diese Einordnung unterliegt immer dem behandelnden Arzt. Dabei ist die Stärke der Krankheitszeichen wie Bauchschmerzen oder Erbrechen das wichtigste Kriterium seiner Einschätzung.

Stellt der Mediziner die Diagnose Subileus, so ist hier unter Umständen eine konservative Behandlung möglich. Das ist eine Therapie ohne einen operativen Eingriff. Zum Einsatz können hier beispielsweise krampflösende Medikamente kommen. Aber auch die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr über einen Tropf ist verbreitet. So füllt sich die Darmpassage nicht weiter mit Stuhl, solange bis die Barriere beispielsweise durch einen Einlauf behoben wurde.

Paralytischer Ileus – das hat es damit auf sich

Eine besondere Variante eines Darmverschlusses ist ein paralytischer Ileus. Er unterscheidet sich von anderen Formen, vor allem, weil seine Ursache eine Darmlähmung beziehungsweise eine Lähmung der Darmmuskulatur ist. Bei Betroffenen kann der im Darm angelangte Kot nicht mehr weitertransportiert werden und staut sich an.

Tritt bei einer Person ein paralytischer Ileus in Erscheinung, so können mehrere Gründe dahinterstecken. Denkbar sind zum Beispiel folgende:

  • Bauchverletzungen (etwa nach einem heftigen Aufprall aufgrund eines Autounfalls)
  • Baucherkrankungen (wie eine Blinddarm- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Darmgefäßverschluss (möglich ist das, wenn ein Blutgerinnsel dort stecken bleibt)
  • Reflex der Darmmuskulatur (ein Risiko für eine solche Darmlähmung besteht zum Beispiel bei Rückenmarksverletzungen oder nach Operationen im Bauchraum)

Wenn ein Ileus ein paralytischer ist, besteht die Therapie oft darin, dass der Patient auf eine gewöhnliche Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme verzichten muss – sie erfolgt dann beispielsweise über eine Infusion, die über die Venen gegeben wird. In der Regel so lange, bis ein Arzt die Ursache des Darmverschlusses behoben hat. Darüber hinaus kann auch eine spezielle Sonde nötig sein. Dieser – über die Nase in den Dünndarm – eingeführte Kunststoffschlauch zielt darauf ab, den angestauten Stuhl aus dem Organismus in einen Kunststoffbeutel zu befördern.

Darmlähmung – gut zu Wissen

Unter Umständen kann sich ein paralytischer Ileus beziehungsweise eine Darmlähmung aus einem mechanischen Ileus heraus entwickeln. Denn dieser beansprucht auch die Darmmuskulatur.

Mechanischer Ileus: Was sind die Besonderheiten?

Ist ein Ileus ein mechanischer, so ist der Darmverschluss aufgrund eines Hindernisses entstanden. Die größte Gefahr besteht darin, wie bei den anderen Formen auch, dass sich der Darminhalt übermäßig anstaut und den Darm beschädigt.

Ein mechanischer Ileus kann unter anderem die folgenden Ursachen haben:

  • Fremdkörper wie Gallen- oder Kotsteine
  • Tumore in der Darmregion
  • Narbenbildung

Narben können aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Zum Beispiel durch Darmentzündungen wie die Colitis ulcerosa, Verletzungen des Bauchraums oder Operationen an der Bauchhöhle. Wenn ein Ileus ein mechanischer ist, so erfolgt in der Regel ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Mediziner das auslösende Hindernis entfernt.

Der Bridenileus

Ein ganz bestimmter mechanischer Ileus ist der sogenannte Bridenileus. Um diese Variante handelt es sich, wenn ein Darmverschluss von Bindegewebsverwachsungen (Briden) in der Bauchhöhle ausgelöst wurde. Entstehen können sie beispielsweise durch Entzündungen oder operative Eingriffe. Diese engen den Darm so stark ein, dass ein Darminhalt nicht mehr passieren kann.