Divertikulitis – Ernährung für Betroffene

Vor allem bei leichteren Formen der Divertikulitis ist die richtige Ernährung in der Lage, den Verlauf und die Abheilung positiv zu beeinflussen. Worauf Betroffene dabei achten sollten und welche Rolle Schonkost spielt, erfahren Sie hier.

Die richtige Ernährung kann die Divertikulitis positiv beeinflussen.

Ernährung hat Auswirkung auf Divertikulitis

Bei einer Divertikulitis sind kleine Ausstülpungen im Dickdarm (sogenannte Divertikel) entzündet. Betroffene leiden meist unter Symptomen wie Bauchschmerzen (speziell im linken Unterbauch), Verstopfungen, Durchfällen und Blähungen. Bei leichteren Formen der Divertikulitis kann eine spezielle Ernährung für eine Besserung der Beschwerden sorgen. Bei einem schweren Verlauf verschreiben Mediziner dagegen meist Antibiotika. Wenn sich die kleinen Ausbuchtungen immer wieder entzünden, kann es notwendig sein, dass sie ein Facharzt bei einem chirurgischen Eingriff entfernt. Eine Divertikulitis sollte in jedem Fall immer durch einen Arzt therapiert werden. Bleiben die Entzündungen unbehandelt, führt dies im schlimmsten Fall zu Komplikationen (zum Beispiel Blutungen oder Abszessbildungen).

Wie kommt es zu Divertikeln?

Mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität von Bindegewebe nach. Das gilt auch für die Schleimhaut des Darms. Wird diese, zum Beispiel durch heftiges Pressen bei Verstopfungen, stark belastet, kann es passieren, dass sich bereits vorhandene Schwachstellen in der Darmschleimhaut ausstülpen – Divertikel entstehen. Sind im Dickdarm mehrere dieser Ausstülpungen zu finden, sprechen Mediziner allgemein von einer Divertikulose. Eine sogenannte Divertikelkrankheit liegt vor, wenn die Divertikel Probleme verursachen. Durch sich festhängende Stuhlpartikel gelangen beispielsweise Krankheitserreger an die Ausstülpungen. Entzünden sich diese, kommt es zu einer Divertikulitis.

Divertikel können prinzipiell in allen Teilbereichen des Dick- und Dünndarms auftreten. Bei 90 bis 95 Prozent handelt es sich allerdings um sogenannte Sigmadivertikel. Sie liegen im letzten Dickdarmabschnitt, dem Sigma (Kolon sigmoideum). Kotpartikel bleiben in diesem engen, s-förmigen Darmstück besonders gut an den Ausstülpungen haften. Eine Entzündung der Sigmadivertikel ist daher keine Seltenheit. Mit der richtigen Ernährung kann der Krankheitsverlauf aber in eine gute Richtung gelenkt werden.

Ernährung bei Divertikulits: Schonkost ist angesagt

Umgangssprachlich beschreibt Schonkost eine besonders bekömmliche Ernährung, die Magen und Darm entlastet. Bei einer akuten Divertikulitis ist eine vorübergehende Schonkost, nach Absprache mit dem Arzt, häufig sinnvoll. Der Darm hat bereits stark mit den Entzündungen zu kämpfen, besonders deftige oder fettige Mahlzeiten belasten ihn zusätzlich. Diese werden deshalb bei Schonkost aus der Ernährung gestrichen. Stattdessen setzt die Diät auf ballaststoffarme Lebensmittel. Auch wenn Schonkost den Verlauf einer Divertikulitis positiv beeinflussen kann, so ist sie als langfristige Ernährung doch zu einseitig.

Gut zu wissen

In sehr schweren Fällen von Divertikulitis kann es nötig sein, dass Patienten kurzzeitig auf die Nahrungsaufnahme verzichten müssen. Sie erhalten die benötigten Nährstoffe dann über Infusionen, wodurch diese direkt in den Blutkreislauf gelangen und der Darm umgangen wird (parenteral). Solch eine Infusionsgabe geschieht unter ärztlicher Aufsicht.

Divertikulitis – Ballaststoffe in der Ernährung

Ballaststoffe sind Nährstoffe, die der Organismus kaum zersetzen kann und die quasi unverdaut im Dickdarm ankommen. Sie kurbeln allgemein die Verdauung an und sorgen für einen weichen, geschmeidigen Stuhl. Während einer akuten Divertikulitis sollten Betroffene als Teil der Schonkost allerdings auf eine ballaststoffreduzierte Ernährung achten. Ballaststoffe sind zwar grundsätzlich gut für den Körper, aber nur schwer zu verdauen. Sie können in engen Darmpassagen leicht an Ausstülpungen (zum Beispiel an Sigmadivertikeln) hängen bleiben. Arm an Ballaststoffen und damit gut geeignet für die Ernährung bei einer akuten Divertikulitis sind folgende Lebensmittel:

  • gekochtes oder gedünstetes Gemüse
  • klare Suppen
  • weiches Obst (zum Beispiel Bananen)
  • Zwieback
  • Weißbrot

Ist eine Divertikulitis abgeheilt, ist es für Betroffene ratsam, langsam wieder mehr Ballaststoffe in ihre Ernährung aufzunehmen. Wertvolle Ballaststoff-Lieferanten sind zum Beispiel Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Wenn Sie sich unsicher sind, welche Ballaststoffmenge in Ihrem Krankheitsstadium verträglich ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt Rücksprache halten.

Sigmadivertikel durch Ernährung vorbeugen

Vor allem bei älteren Menschen, die in westlichen Industrienationen leben, treten häufig Sigmadivertikel auf. Experten vermuten einen Zusammenhang mit einer ballaststoffarmen Ernährung. Damit sich die kleinen Ausstülpungen gar nicht erst bilden, ist es deshalb ratsam (wenn nicht gerade eine akute Darmerkrankung vorliegt), möglichst viele Ballaststoffe in die tägliche Ernährung zu integrieren. Die empfohlene Tagesmenge an Ballaststoffen liegt bei 30 Gramm.2

Weitere Tipps bei Divertikulitis

Wer bei einer Divertikulitis unter leichteren Krämpfen und Blähungenleidet, dem können Kräutertees helfen. Vor allem Pfefferminze und Kamille wirken beruhigend auf die Verdauung. Die Tees gibt es lose oder in Beuteln in Supermärkten, Drogerien und Apotheken zu kaufen. Auch wenn viele Gewürze die Verdauung ankurbeln, so sollten Sie diese doch während einer akuten Divertikulitis in ihrer Ernährung reduzieren. Pfeffer, Chili und Co. reizen die sowieso schon belastete Darmschleimhaut zusätzlich. Außerdem empfiehlt es sich für Patienten, ihre Nahrung in kleinen Portionen über den Tag verteilt zu sich zunehmen. Dadurch wird die Verdauung gleichmäßig beansprucht.

Für Menschen mit Divertikulitis, die unter häufigen Durchfällen leiden, ist es wichtig, dass sie in ihrer Ernährung auf ausreichend Flüssigkeit achten. Denn bei Durchfällen geht diese in großen Mengen verloren. Experten empfehlen eine tägliche Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 1,5 Litern am Tag.3 Auch über Nahrungsmittel (zum Beispiel Suppen) aufgenommenes Wasser zählt hier dazu.

1Internisten im Netz: Was ist eine Divertikulose? URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/divertikulose/was-ist-eine-divertikulose.html (08.11.2018).
2Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: DGE Mehr Ballaststoffe bitte! Ballaststoffzufuhr lässt sich im Alltag leicht steigern. URL: https://www.dge.de/presse/pm/mehr-ballaststoffe-bitte/ (09.11.2018)
3Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Wasserbilanz (ml/Tag) des Erwachsenen. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/ (02.11.2018).