Morbus Crohn – Möglichkeiten der Therapie

Morbus Crohn gilt als unheilbar, bedarf aber trotzdem einer ärztlichen Therapie. Die Einnahme von Medikamenten ist dabei in der Regel unumgänglich. Trotzdem spielt auch die richtige Ernährung für Betroffene eine wichtige Rolle. Lernen Sie hier mehr über die Erkrankung und erfahren Sie, wann bei Morbus Crohn eine Operation nötig ist.

Über die Therapie von Morbus Crohn

Frau Frau steht vor offenem Kühlschrank und überlegt wegen der Erkrankung Morbus Crohn was sie essen darf.

Da die Ursachen von Morbus Crohn noch unklar sind, ist es Experten bisher nicht gelungen, eine Heilmethode für die chronische Erkrankung zu finden. Bei der Morbus Crohn-Therapie geht es daher vielmehr um eine Linderung der Verdauungsstörungen und die Verzögerung von akuten Schüben. Zudem variieren die einzelnen Symptome der Erkrankung je nachdem, welche Darmabschnitte entzündet sind. Deshalb gibt es auch keine festen Regelungen zur Therapie von Morbus Crohn. Der Arzt muss die Behandlung immer speziell an den Patienten und seinen Krankheitsverlauf anpassen.

Morbus Crohn: Worauf bei der Ernährung achten?

Allgemein empfiehlt sich eine leichte, aber vollwertige Kost. Generelle Verbote gibt es keine. Menschen mit Morbus Crohn wird trotzdem geraten, mit folgenden Lebensmitteln vorsichtig zu sein, da sie häufig Beschwerden verursachen:

  • scharfe Gewürze (Chili, Curry oder Pfeffer)
  • sehr fettige gebratene oder frittierte Speisen (Pommes frites oder Braten)
  • blähendes Gemüse (verschiedene Kohlsorten)
  • schwerverdaubare Rohkost (frische Karotten oder Paprika)

Auch wenn es keine verpflichtenden Leitlinien für eine Diät bei Morbus Crohn gibt, sollen sich der Verlauf und die Schwere der Krankheitsschübe von Morbus Crohn doch durch eine gesunde Ernährung positiv beeinflussen lassen.

Ein Teil der Patienten leidet unter einer Laktoseunverträglichkeit, was die Aufnahme von Milch- und Milchprodukten erschwert. Außerdem führen ballaststoffreiche Speisen bei manchen Betroffenen zu starken Blähungen und Bauchkrämpfen. Daher muss immer individuell und in Rücksprache mit dem Arzt getestet werden, welche Nahrungsmittel für die Ernährung des Patienten mit Morbus Crohn geeignet sind. Betroffene sollten außerdem nicht nur auf ihre Ernährung achten, sondern auch den Zigaretten- und Alkoholkonsum einstellen. Laut Experten wirkt sich beides negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Die Zahl der akuten Schübe und die Intensität der Symptome können dadurch zunehmen.

Nährstoffmangel ausgleichen

Die ständigen schweren Durchfälle bei Morbus Crohn entziehen dem Körper viele wichtige Nährstoffe (zum Beispiel Eisen, Magnesium und Vitamin D). Da diese Substanzen während eines akuten Morbus Crohn-Schubs nicht oder nur unzureichend über die Ernährung aufgenommen werden können, legt der behandelnde Arzt zum Ausgleich oft einen Katheter. Über ihn gelangen Vitamine und Mineralstoffe direkt in die Blutlaufbahn des Patienten. Fehlen dem Organismus nur einzelne Nährstoffe, sind Nahrungsergänzungsmittel in der Lage, dies auszugleichen.

Medikamente bei Morbus Crohn

Kurzzeitig helfen in der Apotheke freiverkäufliche Medikamente mit Loperamid oder Butylscopalamin gegen leichtere Übelkeit und Bauchschmerzen bei Morbus Crohn. Während eines starken akuten Schubs verschreibt der Gastroenterologe (Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen) bei Morbus Crohn meist Medikamente, die auf Glucocorticoiden basieren, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Prednison. Diese sind oft sehr effektiv bei der Behandlung der Entzündung. Sie wirken allerdings auf den gesamten Körper, weswegen sie der behandelnde Mediziner in der Regel maximal über einen Zeitraum von sechs Monaten verschreibt.1 Eine dauerhafte Einnahme von Glucocorticoid-Präparaten führt zu Nebenwirkungen wie einer Gewichtszunahme des Patienten, vor allem im Gesicht („Vollmondgesicht“), und lässt die Cholesterinwerte im Blut ansteigen.

In der Langzeittherapie verschreiben Ärzte häufig Immunsuppressiva (zum Beispiel mit den Wirkstoffen Methotrexat oder Azathioprin). Dabei handelt es sich um Medikamente, die die körpereigene Abwehr reduzieren, um so die Entzündungsreaktion im Darm[/darm/] zu lindern. Immunsuppressiva müssen mindestens über einen Zeitraum von vier Jahren angewandt werden, da sie erst nach einigen Monaten wirken.1 Nachteil dabei: Durch das geschwächte Immunsystem ist der Patient anfälliger für andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Magen-Darm-Infekte. Trotzdem sind Immunsuppressiva ein weitverbreitetes Medikament bei Morbus Crohn. Sie sind in der Lage, die beschwerdefreien Zeiten zwischen den einzelnen Krankheitsschüben zu verlängern, und können so die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Morbus Crohn-Behandlung ohne Medikamente möglich?

Da die genannten Arzneien allesamt Nebenwirkungen haben können, stellt sich Betroffenen folgende Frage: Ist die Morbus Crohn-Behandlung auch ohne konventionelle Medikamente machbar? Zwar gibt es Methoden und Mittel (die nach Absprache mit dem Arzt) ergänzend angewandt werden können, sie ersetzen bei Morbus Crohn aber nicht die Therapie unter fachärztlicher Aufsicht oder die Medikamentengabe. In der Homöopathie gibt es zum Beispiel spezielle Globuli, die bei Verdauungsstörungen helfen sollen. Die chinesische Medizin setzt bei Morbus Crohn dagegen auf Akupunktur.

Unterstützende Therapie bei Morbus Crohn

Nicht selten setzt unkontrollierbarer Durchfall der Psyche von Menschen mit Morbus Crohn zu. Bei den Patienten können Stress und Ängste bis hin zu Depressionen entstehen. Damit die Betroffenen lernen, mit ihrer Krankheit bestmöglich umzugehen, kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Außerdem vereinfachen gezielte Entspannungstechniken, wie Yoga oder Meditation, den Stressabbau und ergänzen so die medizinische Therapie von Morbus Crohn sinnvoll.

Morbus Crohn – Operation notwendig?

Auch mit einer Operation bleibt Morbus Crohn unheilbar. Trotzdem ist diese im Verlauf der Krankheit meist unverzichtbar. Mit der Zeit entstehen durch die chronischen Entzündungen Vernarbungen und Verengungen im Darm des Morbus Crohn-Patienten. Sie können im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen, bei welchem der Darm nicht mehr passierbar ist. Um das zu verhindern, werden die durch Morbus Crohn entstandenen Gewebeveränderungen bei einer Operation entfernt. Der Arzt kann zudem bei Morbus Crohn eine Operation anordnen, wenn bereits Komplikationen, wie Fisteln (kleine Gänge vom Darm zu anderen Organen oder der Hautoberfläche) oder Abszesse (Eiteransammlungen), bestehen. Diese behandelt beziehungsweise entfernt der Mediziner während eines chirurgischen Eingriffs.

Mehr Informationen zur Therapie finden Sie hier in den Leitlinien für Patienten mit Morbus Crohn der Deutschen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV e.V.)

Morbus Crohn im Überblick

Starker, kaum kontrollierbarer Durchfall, Bauchkrämpfe und Übelkeit (teilweise mit Erbrechen) sind charakteristisch für Morbus Crohn. Der Begriff bezeichnet eine chronische Entzündung einzelner Darmabschnitte. Typisch für Morbus Crohn: Die Symptome treten in Schüben auf. Nach einer Aktivphase folgt eine Remissionszeit, in der es dem Patienten besser geht. Die Beschwerden sind für Betroffene mehr als nur unangenehm. Morbus Crohn ist eine ernstzunehmende Krankheit, die immer einer ärztlichen Therapie bedarf.

1Internisten im Netz: Therapie von Morbus Crohn. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/morbus-crohn/therapie-von-morbus-crohn.html (03.01.2019).