Nebenwirkungen durch die Einnahme von Antibiotika

Es ist hinlänglich bekannt, dass zu schnell und zu oft Antibiotika vom Arzt verschrieben werden, auch gegen eher harmlose Erkrankungen, die einer solchen medikamentösen Behandlung nicht bedürfen. Dabei können bei Antibiotika unangenehme und teils schwere Nebenwirkungen, sowohl während als auch nach deren Einnahme auftreten. Welche Begleiterscheinungen nach der Einnahme von Antibiotika möglich sind und wie sich diese unter anderem auch negativ auf das Immunsystem des Darms auswirkt, lesen Sie hier.

Eine große Auswahl an Medikamenten: Oft entstehen Nebenwirkungen durch Antibiotika.

Wann kommen Antibiotika zum Einsatz?

Der Begriff Antibiotika kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt so viel wie „gegen das Leben“, wobei damit die Keime gemeint sind, die durch die Wirkstoffe absterben. Zahlreiche Mikroorganismen – wie Viren, Bakterien oder Pilze – verursachen Infektionen. Doch nur bei bakteriell bedingten Krankheiten (zum Beispiel Ohrenentzündung, Harnwegsinfekt, Lungenentzündung, Scharlach, Hirnhautentzündung) ist ein Antibiotikum wirksam.

Bei der Einnahme dieses Arzneimittels müssen Sie darauf achten, dass das Antibiotikum bis zum Schluss eingenommen werden muss. Die Einnahmezeit legt der Arzt fest und diese bezieht sich auf die enthaltene Wirkstoffmenge und die vorliegende Infektion. Auch wenn eine Besserung durch die Arznei einsetzt, sollte ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung vermieden werden. Der Grund dafür ist, dass wirklich alle Bakterien zerstört werden müssen, damit die Keime keine Resistenzen gegen das Antibiotikum bilden.

Was es bei der Einnahme zu beachten gibt:

  • Antibiotika mit Wasser schlucken: Milch und andere Lebensmittel können die Wirkung vermindern.
  • Einhaltung des Zeitpunktes: Manche Medikamente müssen zum Essen, andere wiederum auf nüchternen Magen genommen werden. Der Arzt oder Apotheker gibt Ihnen dazu eine genaue Anweisung.
  • Mögliches Auftreten von Wechselwirkungen: Wenn Sie zusätzliche Arzneimittel nehmen, unbedingt den Arzt vorher befragen.

Antibiotika sind hochwirksame Medikamente, die sinnvoll und gezielt eingesetzt sogar Leben retten können. Dennoch kann es nach der Einnahme von Antibiotika zu negativen Auswirkungen kommen.

Nebenwirkungen bei Antibiotika

Durch die abtötende Wirkungsweise des Antibiotikums, kommt es vor, dass neben den schädlichen, auch die nützlichen Bakterien absterben. Diese leben zum Beispiel in der Mundhöhle oder im Darm, wo sie sich als positive Darmbakterien um die Verdauung der Nahrung kümmern. So besteht die Möglichkeit, dass nach der Einnahme von Antibiotika die Darmflora (Gesamtheit der vor allem im Dickdarm angesiedelten Mikroorganismen) aus dem Gleichgewicht gerät und Symptome wie Durchfall und Bauchschmerzen auftreten.

Es gibt eine Vielzahl an Nebenwirkungen, die durch Antibiotika ausgelöst werden, davon viele, die nichts mit der Darmflora zu tun haben. Hier folgt eine kleine Auflistung der Nebenwirkungen im Allgemeinen:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Durchfall, weicher Stuhl, Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen
  • allergische Hautreaktionen: Rötungen, Juckreiz, Haut- oder Nesselausschlag
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Verfärbung der Zahnoberfläche
  • Infektionen mit anderen Bakterien oder Hefepilzen (zum Beispiel Scheidenpilz)
  • Anstieg der Leberwerte
  • allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock

Sobald diese oder andere Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen, die Symptome abklären lassen und das weitere Vorgehen besprechen.

Magen-Darm-Probleme durch die angegriffene Darmflora

– Anzeige –

Innovall CDI Banner

Nachdem sich die häufigsten Nebenwirkungen von Antibiotika auf den Magen-Darm-Bereich auswirken, ist es wichtig, besonders darauf einzugehen. Oft entwickelt sich bei der Einnahme des Antibiotikums eine schädliche Wirkung für das darmassoziierte Immunsystem, auch darmassoziiertes lymphatisches Gewebe genannt oder einfach GALT (nach den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnung: gut-associated lymphoid tissue).

GALT ist, aus quantitativer Sicht, das größte Immunorgan des Körpers. Die Hauptaufgabe ist der Schutz der Schleimhaut (Mucosa) des Darms vor krankheitserregenden Mikroorganismen und Substanzen.

Nach Beendigung der Einnahme von Antibiotika stellt sich normalerweise wieder eine geregelte Darmfunktion ein.

Antibiotikanebenwirkung: Durchfall

Aufgrund der antibiotikabedingten Darmflorastörung kommt es neben Bauchkrämpfen und Blähungen häufig auch zu Durchfall als Antibiotikanebenwirkung. Oftmals lässt der Durchfall nach der Medikamentenabsetzung aber wieder nach und Darmflora sowie Darm regenerieren sich. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass durch die Schädigung langfristige und chronische Darmprobleme entstehen.

In seltenen Fällen entwickelt sich dieser Durchfall zu einer Lebensgefahr. Wenn das Antibiotikum zu viele nützliche Darmbakterien eliminiert, können diese das Stäbchenbakterium Clostridium difficile nicht mehr ausreichend eindämmen. Durch dessen Ausbreitung und seine giftigen Ausscheidungen werden teilweise schwere Durchfälle ausgelöst, die lebensbedrohlich sind und zu einer pseudomembranösen Colitis pseudomembranösen Colitis führen. Das Bakterium Clostridium difficile zählt zu den Krankenhauskeimen und ist bereits gegen zahlreiche Antibiotika und Desinfektionsmittel resistent.

Reizdarm nach Antibiotika

Durch die genannten Nebenwirkungen durch Antibiotika ist eine Schädigung der Darmflora möglich, was zur langfristigen Folge auch das Reizdarmsyndrom (Colitis irritabile) auslösen kann. Hierbei ist das eigentliche Dilemma, dass Betroffene einer erfolglosen Behandlung dieser Erkrankung häufig Antibiotika dagegen verordnet bekommen. Das heißt: Menschen, die aufgrund einer geschädigten Darmflora durch Antibiotika an einem Reizdarm leiden, werden erneut mit ebendiesem Medikament behandelt – meist wegen mangelnder Ursachenforschung. Es entsteht ein Teufelskreis. Somit wird die schon gestörte Darmflora noch weiter geschädigt. Es ist also besser, erst nach den Ursachen des Reizdarmes zu suchen, die sich teilweise durch ganzheitliche Maßnahmen lindern lassen.

Nachdem Antibiotika nicht nur gegen Bakterien helfen, sondern auch einen negativen Einfluss auf den Körper haben können, gilt: So oft Antibiotika wie nötig – so selten wie möglich.

Tipps während und nach der Behandlung mit Antibiotika

Falls die Darmflora durch die Antibiotika so stark negativ beeinflusst wird, dass sie sich nicht von allein regeneriert, dann empfiehlt sich ein Darmaufbau. Diese Art der Darmsanierung stellt das Gleichgewicht der Darmflora wieder her. Durch probiotische Lebensmittel, wie beispielsweise Joghurt, Sauerkraut und Käse oder mit Hilfe von mikrobiologischen Nahrungsergänzungsmitteln, wird die Darmflora gestärkt.

Außerdem ist ein konsequentes Vorbeugen dieser Nebenwirkungen durch Antibiotika ratsam. So kann eine gezielte Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine und Mineralien) die Darmflora schützen.